So gewinnt die Liebe neues Leben.

Denn wir wünschen uns erotische, zärtliche und einfühlsame Liebe…

ein ewiger Traum oder Wirklichkeit?

Eine gute Beziehung wird eine Zuflucht bieten und dem heutigen Wettbewerbsdruck am Arbeitsplatz entgegen wirken. Jedoch enden zwei von drei Ehen heute mit Scheidung.
Eins von drei Kindern hat mit der Trennung der Eltern zu rechnen. Es wird schon lange über die Wirkung von Scheidung für alle Beteiligten geforscht, aber für die kontinuierliche Vertiefung der Beziehungen, damit es nicht erst zur ersten oder weiteren Trennungen kommt, geschieht noch viel zu wenig Engagement.
Aber in modernen Beziehungen, in denen Menschen viele Überstunden machen, häufig verreisen müssen und dennoch Beruf, Beziehung und Familie unter einen Hut bringen wollen, wirken mehr Kräfte auf die Beziehung ein als jemals zu vor.
Hinzu kommt eine Ansammlung von einander manchmal widersprechenden Werten der Partner. Es gibt gute und schwierige Zeiten und die Partner müssen sich allein oder gemeinsam schweren Krisen stellen, werden mit sexuellen Frustrationen konfrontiert und haben auch mit den Geistern der Vergangenheit zu tun.
In dem unsere Teilnehmer mit uns bewusst innehalten und sich dem Thema Liebe und Beziehung engagiert gemeinsam oder auch einzeln in unserer Seminarreihe widmen, werden sie stärker für kommende Herausforderungen.
Spüren Sie, dass gerade die Bereitschaft zu einem solchen Engagement in der Zukunft einen entscheidenden Unterschied für die Qualität von Beziehungen machen wird.

Helga Mohrmann und Ilona Steinert

Ort: Europäische Akademie Bad Bevensen
Grundkurs 2011
1. Seminar 09.-12.Februar 2012 (Einführungsseminar)
2. Seminar 10.-13.Mai 2012 ( Einstieg noch möglich)
3. Seminar 13.-16.September 2012
4. Seminar 29.November bis 02.Dezember2012

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Buchveröffentlichung zum Thema:
So gewinnt die Liebe neues Leben -
Eine glückliche Beziehung durch Systemische Therapie
Helga Mohrmann, Ilona Steinert
Verlag Knaur

Leseprobe:

Attraktiver / bedürftiger Partner...

Durch das Erkennen der erwachsenen Ansprüche wächst das eigene Bewusstsein, und mehr Zufriedenheit stellt sich ein. Der nächste Schritt ins Beziehungsglück besteht darin, die eigene Partnerwahl näher zu untersuchen. Im Laufe unseres Lebens wählen wir uns einen Partner nach dem Kriterium der Attraktivität oder nach dem Kriterium der Bedürftigkeit. Wir möchten diese beiden Wahlmöglichkeiten nacheinander erforschen.

Normalerweise versteht man unter der Attraktivität eines Partners das äußere Erscheinungsbild. Wir wollen diese Definition noch etwas erweitern.

Ein Partner kann auf verschiedene Weise attraktiv sein, z.B.:

- durch gutes Aussehen und eine schöne Figur,
- durch Bildung, Intelligenz oder Titel,
- durch seinen gesellschaftlichen Status,
- durch Vermögen.

Einer oder mehrere bzw. ähnliche Gesichtspunkte lassen einen anderen Menschen in unseren Augen attraktiv sein. Was steht meistens hinter dem Anspruch einen attraktiven Partner zu wählen? Bei dieser Wahl könnte es sich um Anteile handeln, die einem selbst noch nicht zur Verfügung stehen und deshalb beim Partner gesucht werden. In diesem Fall wertet der Partner die eigene Position auf. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass in dieser Wahl die eigene Sehnsucht nach Entfaltung der eigenen unterentwickelten Anteile versteckt ist. Der Gewinn in der Wahl eines attraktiven Partners liegt in der äußeren Aufwertung, die persönlich, gesellschaftlich oder familiär zur Geltung kommt.

Auf der anderen Seite bekommt der attraktive Partner, den er oder sie bewundert, einen Sonderstatus. Der Partner wird damit erhoben, und durch das Anhimmeln der attraktiven Anteile fällt die Gleichwertigkeit der Partnerschaft aus de Balance. Außerdem kostet es die Partner Nähe, denn Bewunderung erzeugt Distanz. Um dennoch Nähe zu erreichen, beginnt der weniger attraktive Partner dem Anderen zu dienen.

Die Gefahr dieses Modells liegt in der Erstarrung in der Haltung des Dienens und des Bewunderns, was in der Beziehung auf Dauer zur Belastung wird.

Um diese Belastung aufzuweichen, wird der weniger attraktive Partner, die Schwächen des anderen suchen und diese aufdecken wollen. Die ständige Beschwerde über die Schwächen des erst so attraktiven Partners, erschwert und belastet die Beziehung erneut.
Das Paar kommt nur aus dieser Sackgasse heraus, wenn von den Beschwerden losgelassen wird und jeder Partner in die eigene Verantwortung geht. Das bedeutet: Der weniger attraktive Partner entwickelt seine eigene Attraktivität, sei es durch einen eigenen Beruf, erweitere Kompetenz, gepflegtes Äußeres oder Ähnliches. Und der attraktive Partner entdeckt seine versteckten Schwächen und entwickelt seine Attraktivität weiter.

Wir möchten das wieder an einem Beispiel verdeutlichen:

Fallbeispiel

Jakob und Eva haben sich auf der Hochzeit von Evas Freundin kennen gelernt. Eva ist eine schöne Frau, die Jakob gleich auffällt. Weil ihn ihre Schönheit so anzieht, beginnt der sonst etwas behäbige Jakob um sie zu werben. Dafür muss er sich Mut antrinken, aber er entwickelt dadurch einen gewissen Charme, der ihm sonst eher abgeht.
Eva ist zwar äußerlich schön und anziehend, aber innerlich eher schüchtern und sie empfindet sich minderwertig. Sie ist geschmeichelt und reagiert deshalb positiv auf das Werben des eher unscheinbaren Jakob. Als Jakob sie später ganz für sich gewinnen kann, ist er stolz und genießt die Bewunderung, die er für seine schöne Frau bekommt. Allerdings muss er sich immer wieder sehr um Eva bemühen. Eva hatte lange Zeit ambivalente Gefühle für Jakob, gleichzeitig fühlt sie sich von seinem konstanten Bemühen geschmeichelt und aufgewertet.
Sie wird schnell schwanger und die beiden heiraten.
Die Sorge für den „Nestbau“ lenkt Eva erst einmal von der Ambivalenz Jakob gegenüber ab.
Jakobs Verantwortung für seine Familie nimmt zu. Er wagt deshalb einen Karriereschritt, den er sich vor der Heirat nicht zugetraut hat. Nachdem er die damit verbundene Gehaltserhöhung erreicht hat, glaubt er, für Eva gut genug zu sein. Durch seinen beruflichen Erfolg fühlt er sich ihr gleichwertig.
Jakob begehrt seine schöne Frau sexuell sehr. Er wird aber immer häufiger von ihr abgewiesen. Zu Beginn ihrer Beziehung war Eva noch fasziniert von Jakobs Werben um sie, und dadurch konnte sie sich für die Sexualität öffnen. Da sich Jakob inzwischen Eva gegenüber gleichwertig fühlt, fordert er die Sexualität inzwischen ein, ohne lange um sie zu werben.
Weil er immer häufiger abgewiesen wird, sucht Jakob nach den Schwächen von Eva und hält ihr diese permanent vor. Sie wiederum ist gekränkt, weil sie von dem Sockel der Bewunderung grob herunter gerissen wurde.
Jakob ist enttäuscht, weil sich Evas sexuelle Attraktivität für ihn als Täuschung herausstellt.
Jakob glaubt durch seine neu gewonnene berufliche Position das Ungleichgewicht zu Eva ausgeglichen zu haben. Aber Eva bemängelt seine innere Behäbigkeit und seine Phantasielosigkeit. Weil ihr aber durch ihre eigene innere Unsicherheit der Mut fehlt, diese Punkte bei Jakob anzusprechen, geht sie in Verweigerung und Krankheit.


Kommentar

Manchmal wünschen sich Menschen einen attraktiven Partner, aber sie haben Angst vor Ablehnung oder sie sind schon einmal von einem attraktiven Partner verlassen worden. Um mehr Sicherheit in einer Beziehung zu erreichen, wenden sie sich einem bedürftigen Partner zu.

Ein bedürftiger Partner ist ein Mensch, auf den ein, mehrere oder ähnliche der folgenden Kriterien zutreffen:

Bedürftiger Partner

- jemand, der wenig Geld verdient oder zur Verfügung hat,
- der arbeitslos ist, oder keine Berufsausbildung hat,
- der schwere Schicksalsschläge erlitten hat,
- der mit sehr widrigen Umständen in seinem Leben zu kämpfen hat,
- der Kinder allein zu versorgen hat,
- der krank oder psychisch belastet ist,
- der physisch behindert ist,
- der eine kriminelle oder Suchtvergangenheit hat,
- der Schwierigkeiten durch eine andere Sprache oder Kultur hat.


Was sind weitere unbewusste Motive, einen bedürftigen Partner zu wählen?

Eine Verbindung mit einem bedürftigen Partner „lohnt sich“, weil damit die eigene soziale Kompetenz nach außen gezeigt werden kann. Der eigene Selbstwert wird gesteigert, weil man sich als „guter Mensch“ fühlt und von der Umwelt auch als solcher wahrgenommen wird, als einer, der sich für andere einsetzt und der soziale Werte hat. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass sich unter dieser sozial anerkannten Seite ein tiefes Minderwertigkeitsgefühl verbirgt und damit der Glaube, einen attraktiven, stabiler Partner könnte man nicht bekommen oder dieser würde nicht in einer gemeinsamen Beziehung bleiben.
Stattdessen nimmt man mit einem bedürftigen Partner auch eine hohe Arbeitsleistung oder eine starke psychische Belastung in Kauf, denn der Bedürftige muss ständig unterstützt werden. Das kostet den Partner viel Geld, Kraft oder sogar beides.

Wieder haben wir ein Beispiel.

Fallbeispiel

Markus ist Heilpädagoge in einer Behinderteneinrichtung. Seine sehr attraktive Ehefrau hat ihn nach fünf Ehejahren verlassen. Den gemeinsamen Sohn hat sie bei Markus gelassen, um künftig im Ausland leben würde. Seitdem zieht Markus seinen Sohn allein auf.
Bei einem Sonntagsausflug ins nahe Schwimmbad lernt er Ruth kennen, die ebenfalls als allein erziehende Mutter ihren Sonntag ebenfalls dort verbringt.
Ruth ist arbeitslos. Der Vater ihres Kindes bezahlt keinen Unterhalt, und sie fühlt sich emotional von ihrem Schicksal überfordert. Markus weiß um seine Helferqualität und kümmert sich um die beiden. Ruth fühlt sich bald von Markus verstanden und getröstet und nimmt deshalb seine Unterstützung gerne an.
Schon bald bittet sie ihn um Hilfe, wenn sie mit den Behörden oder mit der Erziehung ihres Kindes nicht zu recht kommt. Markus kennt immer einen Weg. Er nimmt Ruth sogar mit in die soziale Einrichtung, in der er arbeitet, und zeigt ihr seinen Verantwortungsbereich. Ruth ist voller Bewunderung für sein soziales Engagement und von seiner Intelligenz und Bildung. Sein eher unscheinbares Äußeres spielt für sie keine Rolle.
Markus fühlt sich mit Ruth sicher, weil er spürt, dass sie ihn nicht verlassen wird, denn sie macht sich von seiner Unterstützung sehr schnell abhängig.
Ruth zieht bald mit ihrem Kind in seine Wohnung ein, und beide heiraten. Markus sorgt finanziell und emotional für sie und ihr Kind.
Ruth hat durch die Geburt ihres Kindes ihre berufliche Ausbildung als Schneiderin unterbrochen und möchte diesen Beruf auch nicht wieder aufnehmen. Da sie zu Hause mit den Kindern oft unzufrieden ist, rät Markus ihr, eine andere Ausbildung zu machen, die ihr Freude und berufliche Anerkennung bringen soll. Ruth ist lange Zeit unschlüssig, was ihr wirklich Spaß machen würde. Endlich finanziert ihr Markus eine Ausbildung zur Kosmetikerin. Während der Ausbildung passt er auf beide Kinder auf und versorgt auch den Haushalt. Allerdings findet Ruth nach Beendigung der Ausbildung keine Stellung und sie wagt es auch nicht, sich im kleinen Rahmen selbstständig zu machen.
Markus wird die Bedürftigkeit seiner Frau inzwischen zur Belastung. Er hatte sich von ihrer neuen Berufstätigkeit eine finanzielle Entlastung erhofft.


Kommentar:

Paradoxerweise bleibt Ruth in ihrer Bedürftigkeit und zwar um die Beziehung in der einmal gewählten Form aufrecht zu erhalten, obwohl es sie ihre persönliche Weiterentwicklung kostet. Markus stöhnt über die Belastungen, aber er bleibt in der Beziehung, weil sein Gewinn als „edler Ritter“ immer noch größer ist, als die Belastung. In der erstarrten Beziehung schützen sich beide vor Weiterentwicklung.
Markus müsste an seinem Selbstwert arbeiten und den Mut besitzen, nicht nur über das Helfen einen Kontakt zu seiner Frau zu bekommen. Für ihn ist es wichtig, ihr seine eigenen Bedürfnisse nach Entlastung kundzutun. Er müsste es lernen, sich selbst etwas zu gönnen, statt immerzu andere zu unterstützen. Ruth müsste mehr an ihre eigenen Talente glauben und Verantwortung für ihrer finanziellen Beitrag zur Familie übernehmen.

FAZIT
Meistens findet die Wahl eines attraktiven oder bedürftigen Partners unbewusst statt. Deshalb ist es interessant, zu reflektieren, sich eventuell zu korrigieren und zu entwickeln.

RESSOURCEN
Die Selbsterkenntnis durch die Spiegelung des Partners. Die eigene Attraktivität kann erhöht werden.

KOSTEN BEI SEBSTVERLEUGNUNG DER PARTNERWAHL
Man bleibt im kindlichen Bedürftigsein stecken. Die Opfermentalität wird gepflegt.Schwäche stellt sich ein.

GEWINN BEI VERANTWORTUNG FÜR DIE PARTNERWAHL
Die Verantwortung für die Selbstförderung kann übernommen werden. Die eigene Attraktivität vermehrt sich. Das Selbstbewusstsein steigt.

ANLEITUNG ZU ENTWICKLUNGSSCHRITTEN
Loslassen von der Auffassung, dass mein Partner eine schicksalhafte Verbindung ist, die Verantwortung für die Partnerwahl nehmen.